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Vladimir Kagan

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Obwohl seine Designs der Idee folgen ›weniger ist mehr‹, war sein Leben so ziemlich das Gegenteil davon. Geboren 1927 in Worms am Rhein, galt Kagan über Jahrzehnte als einer der einflussreichsten Designer unserer Zeit. In seiner neuen Heimat, den USA, rauschte er schon in den 50er Jahren von Erfolg zu Erfolg. Zu seinen Kunden gehörten Privatleute, Industrielle und Lichtgestalten jeder Couleur – inklusive Marilyn Monroe, Walt Disney und Andy Warhol. 

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Alles begann damit, dass ihm die meisten Möbelstücke zu unbequem waren. Hatte er Gäste zu Besuch, saßen sie auf dem Sofa »wie Spatzen auf der Oberlandleitung«. Vladimir Kagan fing an, strenge Linien in radikal ungesehene Designs aufzulösen. Quirlig, ungezügelt, fast an der Grenze zum Schleudertrauma. So entstanden Meilensteine wie etwa der ›Contour Chair‹ (Bild 4 & 5). 

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Kagan war Perfektionist durch und durch. An der ›Columbia Universität‹ hatte er das Studium der Architektur begonnen, aber schon 1944 legte sein Wissen mit der Erfahrung seines Vaters zusammen. Illi Kagan, der als Schreinermeister ein kleines Unternehmen unterhielt, brachte ihm die Finessen des Möbelbaus bei und den nie enden wollenden Respekt vor gutem Handwerk. 

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Architektur, Design und vielfache Einflüsse aus der Kunst verschmolz »Vladi«, wie er auch genannte wurde, zu skulpturalen Objekten. An der East 65th Street in New York eröffnete er 1947 sein erstes Geschäft – und löste damit Staunen in Downtown aus. Denn seine Kreationen waren nicht nur unerhört frech und bequem, sie standen auch abgerückt von der Wand. 

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Und das war neu. Sofas oder Sessel hatten bis dahin vorformulierte Plätze im Raum, nun aber erlaubten die eleganten Möbelstücke von Kagan auch freistehende Lösungen mit sehr viel Sitzkomfort. Ungezählt sind die Villen und öffentlichen Räume, durch die seine Designs seither gewirbelt sind. Kagan-Objekte bereichern die ständigen Ausstellungen großer Museen. Zu seinen Sammlern gehören Georgio Armani und Barbara Jacobson vom Museum of Modern Art. 

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Wer ein Objekt wie das ›Freeform Sofa‹ (Bild oben) erwerben will, pilgert am besten zu den ›trade-only‹ Showrooms von Ralph Pucci. Seit 2002 wird Vladimir Kagan dort vertreten. 

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Kagan starb am 7. April 2016. Nur einen Tag zuvor, an einem Mittwoch, stand er noch im Mittelpunkt einer aufwendigen Vernissage. »Es war eine Hommage an ihn,« sagt Ralph Pucci, der den Event rund um den Bronze-Stuhl ›Gabriella‹ ausgerichtet hatte. »Und was für ein Weg, zu gehen. Das märchenhafte Ende einer historischen Karriere.« Kagan wurde 88 Jahre alt. 

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