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Ginger & Jagger

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Als Paula Sousa daran ging, ein Highend-Label zu gründen, wollte sie Grenzen sprengen. Es sollten Möbeldesigns entstehen, wie man sie noch nicht kannte. Elegant, aber auch rebellisch. Grazil, aber dann auch wieder bestimmend. So begann eine Reise, die schließlich in der Wildnis endete. Oder um genauer zu sein – in den Gärten, Wäldern und Berghängen rund um Porto. 

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Natur formt seither den Stil von Ginger & Jagger. Oft sind es Steine, Äste, Blätter oder auch archaische Strukturen, die durch manuelle Arbeit in puristische Designs verwandelt werden. Schreiner, Steinmetze und Metallarbeiter, die das Wissen ganzer Generationen mitbringen, arbeiten für das umtriebige Label – und schaffen Objekte wie das Magnolia Sideboard oben. 

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Alle Stücke sind Unikate, die in portugiesischen Werkstätten entstehen. Beim schwerelosen Magnolia Sideboard verwendet Ginger & Jagger ein seltenes, heimisches Holz mit dem Namen ›Vergissmeinnicht‹ (Miosotis). Die Unterkonstruktion wird in bester Tradition und von Hand aus Bronze gegossen sowie anschließend in aufwendigen Schritten zu purem Luxus veredelt.  

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Und auch bei der Feigenbaum Konsole, die mit sechs filigranen Füßen ausgestattet ist, greift das Sousa-Team auf den Bronzegruß zurück. Eine schweißtreibende und höchst diffizile Arbeit. 

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Denn jedes einzelne »Stöckchen« muss nach dem Abkühlen mehrfach von Hand aufpoliert werden. Nebenher erfolgen höchst feinfühlige Optimierungen, bei denen der verantwortliche Metallkünstler hier oder dort ein paar Bronze-Applikationen aufsetzten wird. Erst dann sehen die amorphen Stäbe so aus, wie Paula und ihr Team sie haben möchten – natürlich schön. 

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Zu Ihrer Arbeit sagt Sousa: »Wir gestalten nicht. Wir fügen nur Funktionen hinzu.« Die 38-jährige Designerin, die unter anderem auch in Mailand gearbeitet hat, sucht ihre Inspirationen überall. In Rosenbüschen, Kornfeldern sowie Wasserläufen. Oder den legendären Steinbrüchen von Estremoz. Letzterem verdanken wir das Fractal Sideboard (Bilder: oben und unten). 

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Rosafarbener oder grüner Marmor – teils aus Estremoz, teils aber auch aus Carrara oder Guatemala – verwandelt sich hier zu Kaleidoskopen. Fast wie plakative Kristalle, die in wilder Schönheit erstarren. Dabei achtet das Team penibel darauf, dass die Elemente ihren Charakter bewahren. Nicht die Natur passt sich den Designs an. »Genau umgekehrt,« sagt Sousa. Bei Ginger & Jagger erzählt die Natur eine Geschichte, und die Geschichte bestimmt die Anwendung. 

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2012 gegründet, exportiert Ginger & Jagger schon heute in viele Länder der Welt. Alle Stücke werden auf Bestellung und direkt für den Auftraggeber gefertigt. »Wenn ich weiß,« sagt Sousa, »dass erfahrene Hände extra für mich die Weinranken um den Spiegel legen, dann steigert das doch die Vorfreude.« Nachzuprüfen beim Vine Modell in Triptychon- oder Singular-Form.

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Natürlich steckt in der dualistischen, fast disparaten Formsprache von Ginger & Jagger etwas Unglaubliches. Grafische Linien neben knorrigen. Spürbare Größe neben witzigen Sentenzen. Authentische Inhalte neben Luxus-Materialien. Für Sousa offenbart sich gerade hierin das Wesen aller Dinge. »Natur ist sanft – und hart.« Genau wie die beiden Wörter ›Ginger‹ und ›Jagger‹. 

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Vor wenigen Jahren mit gerade einmal 6 Prototypen gestartet, stehen bei den Portugiesen inzwischen weit mehr als 50 verschiedene Modelle im Programm. Zu den Kunden gehören Privatleute, Firmen und namhafte Künstler. ›Dior‹ beispielsweise stylt eine ganze Reihe seiner Flagshipstores mit Ginger & Jagger – ob nun in Wien, Singapur, Kuwait oder Frankfurt. 

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